Jazzherbst in Gastein

Jazz in Gastein

Jazzherbst in Gastein

Sägewerk Jazzherbst 7. - 10. Oktober 2026

JAZZHERBST im Sägewerk: TAKE 5

Der diesjährige Sägewerk JAZZHERBST widmet sich ganz dem musikalischen Zusammenspiel im Quintett. Unter dem Motto „TAKE 5“ treffen fünf Musikerinnen und Musiker in unterschiedlichsten instrumentalen Besetzungen aufeinander und sorgen für abwechslungsreiche Jazzabende.

Für das Festival kommen Künstler aus England, Österreich, Serbien, Ungarn, Armenien, der Schweiz, Brasilien und den USA zusammen. Internationale Einflüsse, außergewöhnliche Besetzungen und erstklassige Musiker versprechen ein vielseitiges Programm für die herbstlichen Tage und Abende.

Jedes der eingeladenen Projekte wurde im Quintett-Format konzipiert und eröffnet einen ganz eigenen Einblick in das musikalische Schaffen der beteiligten Künstler. So präsentiert „TAKE 5“ Jazz in unterschiedlichsten Facetten – spannend, international und immer wieder überraschend.

Jazz Festival Programm

Vladimir Kostadinovic Quintet

Mittwoch, 7. Oktober 2026 | 20:15 Uhr

Der in Serbien geborene und heute in Österreich lebende Vladimir Kostadinovic zählt zu den vielseitigsten Schlagzeugern der europäischen Jazzszene. Mit seinem energiegeladenen Spiel, großer technischer Präzision und einem ausgeprägten Gespür für Komposition hat er sich längst auch international einen Namen gemacht. Selbst in der anspruchsvollen New Yorker Jazzszene genießt Kostadinovic hohe Anerkennung und wird von namhaften Musikerkollegen als ebenbürtiger Partner geschätzt.

Sein drittes Album als Bandleader trägt den Titel „Iris“ und entstand – wie bereits sein Debüt – in New York. Für die Aufnahmen versammelte Kostadinovic eine hochkarätige Besetzung um sich. Seine Kompositionen verlangen den Musikern einiges ab: Komplexe rhythmische Strukturen und wechselnde Taktarten treffen auf Spielfreude, Dynamik und ein bemerkenswert harmonisches Zusammenspiel. Trotz aller technischen Raffinesse entsteht der Eindruck einer bestens eingespielten Band, deren Mitglieder musikalisch vollkommen selbstverständlich miteinander kommunizieren.

„Iris“ besitzt zugleich eine sehr persönliche Seite. Das Album trägt den Namen von Kostadinovics Tochter und ist seiner Frau gewidmet. Familie, Musik und die Herausforderung, beides mit einem Leben als international tourender Musiker zu verbinden, ziehen sich als roter Faden durch seine Kompositionen.

Besonders unmittelbar wird diese Verbindung im Titelstück „Iris“, in dem auch die Stimme seiner kleinen Tochter zu hören ist. Sehr persönliche Erfahrungen verarbeitet Kostadinovic ebenso in „Unborn Child“, während „Echoes Of Eternity“ einen ruhigen, lyrischen Gegenpol zu den energiegeladenen Passagen des Albums bildet.

So ist „Iris“ weit mehr als eine Demonstration musikalischer Virtuosität: Das Album verbindet modernen, vom Bop geprägten Jazz mit komplexer Rhythmik, großer Energie und sehr persönlichen Geschichten.

JBBG Smål „Fruits of Passion & Sorrow”

Donnerstag, 8. Oktober 2026 | 20:15 Uhr

Mit „Fruits of Passion & Sorrow“ zeigt JBBG Smål, wie spannend und facettenreich zeitgenössischer Jazz klingen kann. Eingängige Melodien, kraftvolle Grooves und viel Raum für Improvisation verbinden sich zu einem eigenständigen Sound, der gleichermaßen von Energie und Emotion geprägt ist.

Hervorgegangen ist das Quintett aus der JBBG – Jazz Bigband Graz, die seit vielen Jahren zu den etablierten Formationen der europäischen Jazzszene zählt. 2018 gründeten Horst-Michael Schaffer und Heinrich von Kalnein mit JBBG Smål eine kompaktere Formation, die den musikalischen Ideenreichtum der Bigband in eine kleinere Besetzung überträgt. Gerade dadurch entsteht viel Freiraum für spontane Interaktion und individuelle musikalische Akzente.

Auf dem aktuellen Album „Fruits of Passion & Sorrow“ bewegt sich das Quintett spielerisch zwischen unterschiedlichen Klangwelten. Lyrische Passagen treffen auf treibende Rhythmen, ausgefeilte Arrangements auf experimentierfreudige Improvisationen. Dabei überschreitet die Band ganz selbstverständlich stilistische Grenzen und lässt neben Jazz auch Einflüsse aus Rock und Weltmusik einfließen.

Das Ergebnis ist moderner Jazz mit Charakter: vielschichtig, leidenschaftlich und voller überraschender musikalischer Wendungen.

Reinhard Micko Quintet

Freitag, 9. Oktober 2026 | 20:15 Uhr

Die Musik des österreichischen Jazzpianisten Reinhard Micko besitzt eine besondere Wärme und Ruhe. Seine Kompositionen schaffen Klangräume, die persönlich und authentisch wirken und zugleich viel Platz für musikalische Entdeckungen lassen. Dabei fließen zunehmend auch Erfahrungen aus seinem eigenen Leben in sein Schaffen ein.

Eine wichtige Inspirationsquelle ist seine Tochter Lena. Seit Micko 2017 Vater wurde, sind neue Themen und Perspektiven hinzugekommen, die ihren Weg in seine Musik gefunden haben. Davon erzählt etwa das sanft fließende Stück „Lena“. Eine ganz andere, humorvolle Seite zeigt das originelle Titelstück „ZÄHNEPUTZEN“, das zugleich dem aktuellen Programm und der aktuellen CD seinen Namen gibt.

Für dieses Projekt hat Micko herausragende musikalische Partner um sich versammelt: Herb Berger am Saxofon, seinen langjährigen Weggefährten Karl Sayer am Bass sowie Harry Tanschek am Schlagzeug. Ergänzt wird die Formation durch den ungarischen Percussionisten András Dés.

Gleichzeitig blickt Micko auf jene Musiker, die seinen eigenen musikalischen Weg entscheidend geprägt haben. Einige seiner Kompositionen sind ganz persönliche Hommagen an große Namen des Jazz. „Chick“ erinnert an Chick Corea, während die Suite „Joe“ die musikalische Welt von Joe Zawinul auf akustische Weise aufgreift. Mit „In the Field“ wiederum verneigt sich Micko vor dem unverwechselbaren Gitarristen John Scofield.

So verbindet das aktuelle Programm persönliche Geschichten, musikalische Vorbilder und die große Freiheit des Jazz – mal lyrisch und feinfühlig, mal verspielt und überraschend, immer getragen von der individuellen Handschrift Reinhard Mickos.

Florian Arbenz Quintet "Conversation_LAB"

Samstag, 10. Oktober 2026 | 20:15 Uhr

"Jazz is supposed to be the most unselfish of art forms. In jazz, you give yourself completely to make somebody else play their best. You try to do something to make them, inspire them to do something. So it is a matter of sacrifice." - Dizzy Gillespie

Mit „Conversation_LAB“ bringt der renommierte Schweizer Schlagzeuger Florian Arbenz fünf außergewöhnliche Musiker aus unterschiedlichen Teilen der Welt zusammen. An seiner Seite stehen der Londoner Pianist Ivo Neame, die US-amerikanische Saxofonlegende Greg Osby, der aus Birmingham stammende Trompeter Percy Pursglove sowie der brasilianische Gitarrist Nelson Veras.

Seit nahezu drei Jahrzehnten prägt Florian Arbenz die internationale Jazzszene. Dabei überzeugt er nicht nur als virtuoser Schlagzeuger, sondern immer wieder auch mit seinem Gespür für außergewöhnliche Besetzungen und musikalische Begegnungen.

Sein neues Quintett ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Unterschiedliche rhythmische Ideen, harmonische Konzepte und die große Offenheit der fünf Musiker verschmelzen zu einem spannenden musikalischen Dialog. Das Spektrum reicht von energiegeladenen Grooves und expressiven Soli über freie Improvisationen bis hin zu atmosphärischen, beinahe schwebenden Klangwelten.

Jeder der Beteiligten kann auf eine bemerkenswerte internationale Karriere zurückblicken: Greg Osby veröffentlichte zahlreiche Alben als Bandleader bei Blue Note, Ivo Neame wurde als UK Jazz Instrumentalist of the Year ausgezeichnet und Florian Arbenz erhielt den European Award for Culture.

Eine besondere musikalische Verbindung besteht zwischen Arbenz und Osby bereits seit 1998, als die beiden erstmals zusammenarbeiteten. Und eine charmante Gemeinsamkeit gibt es obendrein: Beide feiern am selben Tag Geburtstag – vielleicht tatsächlich ein gutes Vorzeichen für einen außergewöhnlichen Konzertabend.

„Conversation_LAB“ steht für Jazz als lebendiges Gespräch: spontan, grenzenlos, überraschend und voller musikalischer Entdeckungen.

Meretrio Brazilian Quintet

Sonntag, 11. Oktober 2026 | 20:15 Uhr

Emiliano Sampaio Meretrio featuring Chico Santana & Joander Cruz – All-Star Brazilian Quintet

Unter diesem Namen präsentiert sich eine außergewöhnliche Formation, die brasilianische Musiktradition, modernen Jazz und große Spielfreude miteinander verbindet.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten gehört Meretrio zu den spannenden Stimmen der brasilianischen Instrumentalmusik. Virtuoses Zusammenspiel, musikalische Offenheit und ein unverwechselbarer eigener Stil prägen die Formation. Auf zahlreichen internationalen Tourneen war Meretrio bereits in Brasilien, Europa und Australien auf Festivals und renommierten Konzertbühnen zu erleben.

Zehn veröffentlichte Alben zeugen von der kontinuierlichen musikalischen Entwicklung des Ensembles. Im Mittelpunkt stehen eigene Kompositionen, in denen afrobrasilianische Rhythmen auf Jazz und kammermusikalische Elemente treffen. Besondere Anerkennung fand das 2021 veröffentlichte, der brasilianischen Choro-Tradition gewidmete Album, das für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert wurde.

Für das Konzertprogramm 2026 wächst Meretrio vom Trio zum All-Star Quintet: Saxofonist Joander Cruz und Percussionist Chico Santana erweitern die Formation und eröffnen zusätzliche rhythmische und klangliche Möglichkeiten. Das Ergebnis ist ein farbenreiches Zusammenspiel zwischen brasilianischen Wurzeln und zeitgenössischem Jazz – geprägt von virtuoser Improvisation, komplexen Rhythmen und ansteckender musikalischer Energie.

Und nach dem musikalischen Genuss geht die Reise auch kulinarisch weiter: Im Anschluss an das Konzert erwartet die Gäste ein abwechslungsreiches Brunch-Buffet von Küchenmeister Peter und seinem Team. Der Brunch ist selbstverständlich bereits im Eintrittspreis enthalten.

Ein Vormittag für alle Sinne – brasilianische Lebensfreude auf der Bühne und kulinarische Vielfalt am Buffet.